Wie werden Strohschuhe hergestellt?

Traditionell werden Strohschuhe in reiner Handarbeit hergestellt.  Auch die zur Herstellung der Strohschuhe verwendeten Materialien haben sich bis heute nicht geändert.  Stroh- und Hexenschuhe werden nach wie vor mit Holzleisten sowie aus etwa zehn bis zwölf Metern Strohgeflecht, Webstoff und Leder sowie festem Garn angefertigt.

Die Holzleisten bilden dabei vorerst die Basis des Strohschuhs. Ihre Größe entspricht schon jetzt der Schuhgröße des fertigen Hexenschuhs.  Die rohe Holzleiste wird zu Anfang sorgfältig mit dem Stoff ummantelt. Dabei gilt es für den Schuhmacher ganz exakt zu arbeiten, denn etwaige Falten würden sich auf den Tragekomfort auswirken. Der Stoff dient jedoch nicht nur der Bequemlichkeit, sondern auch der Isolation, der Befestigung der Strohstränge und nicht zuletzt als Futter des Schuhs. Sind die Stoffschichten ausreichend gelegt, wird der Holzleisten vorsichtig heraus gezogen. Dann geht es an Einschlupf für den Strohschuh, im Fachjargon Einbendling genannt, der mit einem dünnen Stoff eingesäumt wird.

Um die Langlebigkeit von Strohschuhe zu gewährleisten, aber auch zum Schutz vor Kälte und Nässe, wird die Sohle traditionell mit Leder verstärkt, das mit festen Stichen aufgenäht wird. Bei einer etwas moderneren Variante der Strohschuhe wird oftmals auch eine Kautschuksohle aufgebracht.

Der Zeitaufwand für die Anfertigung von Strohschuhe ist abhängig vom Können des Handwerkers. Ein routinierter und erfahrener Schuhmacher benötigt vom ersten Schritt bis hin zum fertigen Strohschuh rund fünf Stunden.

 
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